Fairtrade Siegel

Fairtrade Siegel als Kontrollinstanz

Das wichtigste Indiz für fairen Handel ist das Fairtrade Siegel, das es für verschiedene Bereiche in unterschiedlichen Ausführungen gibt. Es garantiert, dass die mit ihm gekennzeichneten Produkte aus fairem Handel stammen und bei ihrer Herstellung soziale, ökologische und ökonomische Standards eingehalten wurden.

Hinter den Fairtrade Siegeln steht Fairtrade International, eine NGO (Nichtregierungsorganisation) und der Dachverband der nationalen Fairtrade Organisationen wie beispielsweise Transfair e.V. in Deutschland. Fairtrade International legt die Fairtrade Standards fest, auf denen die Fairtrade Siegel aufbauen.

Grundlegend für die Fairtrade Standards sind beispielsweise die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte und vielfältige internationale Abkommen, Leitlinien der UN-Kinderrechtskonvention, das UN Protokoll zur Verhütung, Bekämpfung und Bestrafung des Menschenhandels, Konventionen und Protokolle zu Arbeitsschutz und Chemikalieneinsatz.

Die Fairtrade Standards bedeuten auf sozialer Ebene, dass Kleinbauern*bäuerinnen und Arbeiter*innen durch die Unternehmen gestärkt werden müssen. Dies beinhaltet beispielsweise die Gewährleistung von geregelten Arbeitsbedingungen, die Möglichkeit zur Organisation in demokratischen Gemeinschaften und das Verbot von Kinderarbeit.

Auf ökologischer Ebene gewährleisten die Fairtrade Standards Umweltschutzrichtlinien und die gleichzeitige Sicherheit der Arbeitenden. Gemeint ist hier zum Beispiel ein umweltschonender Anbau von natürlichen Ressourcen, das Verbot von Pestiziden beim Anbau oder die Förderung von Bio-Anbau.

Und auf der ökonomischen Ebene stellen Fairtrade Standards Anforderungen an Händler*innen und Unternehmer*innen um die Transparenz des Handels zu ermöglichen. Obligatorisch hierfür sind der Nachweis über Geld- und Warenfluss, transparente Kommunikation von Handelsbeziehungen und eine faire Bezahlung der Arbeitnehmer*innen.

Die sieben Siegel

Im Folgenden zur Übersicht alle Fairtrade Siegel und deren Bedeutung:

  • Fairtrade Produkt Siegel: alle Zutaten des Produkts 100% Fairtrade angebaut/ gehandelt
  • Fairtrade Produkt Siegel für Mischprodukte: alle unter Fairtrade-Bedingungen erhältlichen Zutaten müssen auch Fairtrade-zertifiziert sein; mit Mengenausgleich hergestellte Produkte auch mit Pfeil neben Siegel gekennzeichnet
  • Fairtrade Produkt Siegel für Baumwolle: fair angebaute/ gehandelte Rohbaumwolle, über alle Produktionsschritte direkt rückverfolgbar, getrennt verarbeitet von Nicht-Fairtrade-Baumwolle
  • Fairtrade Produkt Siegel für Gold: fair abgebautes/ gehandeltes Gold, in allen Produktionsschritten direkt rückverfolgbar
  • Fairtrade Produkt Siegel „contains Fairtrade ingredient“ für Kosmetik: als Fairtrade-Rohstoffe verfügbare Inhaltsstoffe müssen Fairtrade-zertifiziert sein
  • Fairtrade Produkt Siegel für Textilproduktion: gesamte Textillieferkette nach dem Fairtrade-Textilstandard zertifiziert
  • Fairtrade Rohstoff Siegel Cocoa Program: nur im Siegel angegebene Zutat im Mischprodukt Fairtrade-zertifiziert
  • Fairtrade Rohstoff Siegel Sugar Program: Kooperativen erhalten stabile Mindestpreise/ Prämien, Kontrollen von FLOCERT
  • Fairtrade Rohstoff Siegel Cotton Program: vereinbarte Menge Rohbaumwolle zu Fairtrade-Bedingungen eingekauft, ab Spinnerei indirekt (via Dokumentation bei FLOCERT) rückverfolgbar

Quellen: Fairtrade Deutschland, Utopia